Passauer Neue Presse - 31.01.2007

Frans Hals unterm Hammer
Pfarrkirchner Auktionator gelang sensationeller Zuschlag - Reibnitz: „Niederbayern darf sich das zutrauen“

Seit sechs Jahren hat Freiherr Stefan W. von Reibnitz ein Auktionshaus in Pfarrkirchen. Jetzt ist dem öffentlich bestellten und vereidigten Auktionator ein besonderer Coup gelungen. In seiner nächsten Auktion am 2. März kann er zwei Porträts aus dem Umfeld von Frans Hals anbieten.

Der 57-Jährige, der mit Anwälten und den Münchner Nachlassgericht seit Jahren zusammenarbeitet, hat jetzt den Auftrag zur Versteigerung erhalten. Der Besitzer, ein Kunstsammler aus München, ist schon über zehn Jahre tot, und die Kunstwerke ruhten - beliehen - in Tresoren zweier Banken. Jetzt haben sich Nachlasspfleger und Banken geeinigt, die Gemälde zu veräußern. Dass ein Auktionshaus in Niederbayern den Zuschlag bekam, hat Seltenheitswert. Normalerweise gehen so hochkarätige Dinge nach London, Paris, Berlin oder München, weiß der Auktionator. „Niederbayern traut man dies oft nicht zu. Ich bin aber der Meinung: Niederbayern darf man das zutrauen, denn ich habe festgestellt, dass es hier eine sehr rege Kunst- und Sammlerszene gibt.“

Für seine Auktion erwartet er allerdings internationales Publikum. Zumal nur selten Werke von Hals oder aus dessen Umkreis auf dem Markt sind. Frans Hals (1580-1666), Zeitgenosse von Rembrandt und Rubens, gilt als einer der bedeutendsten Porträtmaler des so genannten Niederländischen Goldenen Zeitalters. Die Porträts „Willem van Heythuyzen“ und „Junge Frau im grünen Wams“ sind beide unsigniert, „was darauf hinweist, dass sie im Umkreis von Hals entstanden sind. Man weiß jedoch, dass Gesichter und Hände der Maler immer selbst gestaltet hat.“ Beide Gemälde seien sehr charakteristisch für Hals, vor allem das „Mädchen“ weise eindeutig auf die zweite Periode des Malers hin, die von impressionistischer Malweise geprägt gewesen sei, so Reibnitz. Zum Porträt Heythuyzen - eine Darstellung des Willem van Heythuyzen von Frans Hals ist übrigens in der Münchner Alten Pinakothek zu sehen - gibt es eine Expertise von Hals-Spezialist Prof. Claus Grimm aus München, der das Werk als „zeitgleiche Wiederholung einer verloren gegangenen Erstfassung“ einstuft. Der Porträtierte war ein international agierender Kaufmann, der mehrere von Hals angefertigte Porträts in seinen verschiedenen Filialen hängen hatte. Zu beiden Gemälden, die in der Technik Öl auf Holz gefertigt sind, gibt es dendrochronologische Untersuchungen der Universität Hamburg sowie ein Farbgutachten; beides bestätigt die Entstehungszeit in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Über den Preis schweigt der Auktionator noch - aus Sicherheitsgründen. Er verweist jedoch auf die Versteigerung im Wiener Palais Kinski, wo eine „Wiederholung“ eines Frans-Hals-Gemäldes 440 000 Euro erzielt hat. Eine Vorbesichtigung ist zwischen 25. (12 bis 18 Uhr) bis 28. Februar (jeweils 10 bis 18 Uhr) möglich.
Edith Rabenstein

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